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ÖSTERREICH 2.700 JAHRE WEINKULTUR In Österreich wird schon seit der Zeit der keltischen Besiedelung vor ca. 2.700 Jahren Weinbau betrieben. Der römische Soldatenkaiser Probus (276-282 n.Chr.) hebt das von Domitian über die Provinzen verhängte Auspflanzverbot auf. Damit beginnt in den Provinzen Noricum und Pannonien eine geordnete Weinbaukultur. Eugippius berichtete 511 in der Lebensbeschreibung des Heiligen Severin (gest. 482) von Weingärten im heutigen Mautern in der Wachau. Nach den Wirren der Völkerwanderung erläßt Karl der Große detaillierte Richtlinien für Weinbau und teilt die Rebsorten nach ihrer Qualität in fränkische (die guten Sorten z.B. Blaufränkisch) und hunnische (die minderen; Beispiel Heunisch-Rebe). Im Mittelalter sind vor allem Klöster - u.a. die Stifte Göttweig, Melk, Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Güssing - sowie Bistümer - z.B. das Erzbistum Salzburg mit Weingärten in der Wachau - Träger der Weinkultur. 1194 verfügen 16 Klöster über Weingärten in und um die Stadt Krems. Heute noch übliche Riednamen wie Pfaffenberg und Sandgrube (Krems an der Donau) wurden im 13. Jahrhundert erstmals genannt. 1301 wird die Sorte Riesling in der Wachau erwähnt. 1526 werden im Burgenland bereits Trockenbeerenauslesen erzeugt. 1860 wird die Weinbauschule Klosterneuburg gegründet. Sie ist damit die älteste der Welt. 1985 bringt das "reinigende Gewitter" des Weinskandals den endgültigen Durchbruch der Qualitätslinie im österreichischen Weinbau. Die Philosophie "Klasse statt Masse" wird durch das neue, streng qualitätsorientierte Weingesetz unterstützt. DIE
QUALITÄTSSTUFEN DES ÖSTERREICHISCHEN WEINES TAFELWEIN UNTERGRUPPE QUALITÄTSWEIN UNTERGRUPPEN
PRÄDIKATSWEIN
UNTERGRUPPEN
WAS SAGT DAS ETIKETT 1.
DIE BANDEROLE ist
eine Kenn-Nummer und dient der amtlichen Kontrolle der abgefüllten Weinmenge.
Dadurch kann die Herkunft jedes Weines genau bestimmt werden. DIE REBSORTEN Österreichs Qualitätsweine werden fast immer aus jeweils einer einzigen Rebsorte gekeltert. Neben internationalen gibt es eine große Anzahl spezifisch österreichischer Sorten, wie z.B. Grüner Veltliner, Neuburger, Zierfandler und andere. Weißweinreben haben einen Anteil von ca. 80 %, Rotweinreben von ca. 20 % an der österreichischen Rebfläche. WICHTIGE WEISSWEINSORTEN Der österreichische Weißwein ist überwiegend ein trocken ausgebauter Wein, der Charme mit Fruchtigkeit und Bekömmlichkeit verbindet. Leichtere Weine haben einen Alkoholgehalt von 10 bis 11 Volumensprozent, kräftigere über 12, manchmal über 13 % Vol. Der Körperreichtum hängt neben dem Alkoholgehalt aber wesentlich vom Extraktgehalt des Weines ab, weshalb in guten Lagen zwar leichte, doch füllige Weine wachsen können. Prädikatsweine sind besondere Spezialitäten und können süß schmecken. Darauf wird auf jedem Etikett hingewiesen. GRÜNER VELTLINER Flächenanteil: 36 % Bukett: fruchtig, Pfefferl Der klassische österreichische Weißwein. Typische Anbaugebiete sind fast die gesamte Region Niederösterreich und Wien, doch findet man die Sorte auch im Burgenland. Als Qualitäts- oder Kabinettwein ergibt er eher jung zu trinkende, rassige und angenehm würzige Weine. Grüner Veltliner begleitet viele Speisen - von der ländlichen bis zur raffinierten Küche hervorragend. RIESLING SYLVANER (MÜLLER THURGAU) Flächenanteil: 9 % Bukett: zarte Muskatnote Die Weine sind als Qualitätswein oder Kabinett feingliedrig und zartduftig und werden jung getrunken. Ihr charmanter Charakter macht sie zu idealen Sommerweinen und Begleitern der modernen, gehobenen Küche. WELSCHRIESLING Flächenanteil: 8,5 % Bukett: frisches Heu Trotz der Ähnlichkeit des Namens ist der Welschriesling nicht mit dem Riesling verwandt. Die Sorte ist in allen Weinbauregionen verbreitet. Die Weine sind dezent, zeigen am Gaumen eine elegante Frucht und werden jung getrunken. Im Burgenland werden daraus neben trockenen Weinen auch Beeren- und Trockenbeerenauslesen von Weltformat gekeltert. WEISSBURGUNDER Flächenanteil: 3,5 % Bukett: feine Bittermandelnote Weißburgunder (Pinot blanc) ist in allen Weinbauregionen zu finden. Kalkreiche Böden und gutes Ausreifen der Trauben sind besonders wichtig (Kabinett, Spätlese). Die Sorte kann durch den Einfluß der Botrytis hervorragende Trockenbeerenauslesen ergeben. NEUBURGER Flächenanteil: 3 % Bukett: grüne Walnuß Eine spezifisch österreichische Sorte, die vor allem in der Thermenregion (kräftig, milde Weine) und in der Wachau (zartblumig, dezent) sowie in einigen burgenländischen Gemeinden anzutreffen ist. RIESLING Flächenanteil: 2,5 % Bukett: Pfirsich, Rosen Der Riesling ist vor allem im Donautal, am Kamp (Langenlois, Straß), aber auch in Wien und im Weinviertel zu finden. Die Weine zeichnen sich durch stahlige Säure bei hohem Extrakt-gehalt aus und können zu grandiosen Altweinen reifen. TRAMINER Flächenanteil: 1 % Bukett: Rosen Seit Jahrhunderten heimisch, jedoch selten geworden. Die Weine sind bukettreich und zeichnen sich durch ihren eigenständigen Charakter aus. Besonders lange lagerfähig. CHARDONNAY Flächenanteil: unter 1 % Bukett: grüner Apfel Chardonnay wird zunehmend in allen Weinbaugebieten kultiviert. In der Südsteiermark ist er unter dem Namen Morillon schon seit Jahrzehnten heimisch. Beim Ausbau gibt es zwei Stilrichtungen: entweder, dem internationalen Beispiel folgend, mit biologischem Säureabbau und in Barriques oder auf traditionelle, reduktive Art, wobei die fruchtig-rassige Säure erhalten bleibt und der Wein in großen Fässern oder in Edelstahltanks lagert. SAUVIGNON BLANC Flächenanteil: unter 1 % Bukett: Paprikaschote Ist vor allem in der Südsteiermark und am Neusiedlersee zu finden und wird erst seit einigen Jahren vermehrt ausgepflanzt. Wird zumeist auf traditionelle, österreichische Art fruchtbetont und unter Erhalt der natürlichen Säure ausgebaut und ergibt einen eleganten Wein mit frischer, sehr eigenständiger Frucht. SPÄTROT-ROTGIPFLER Spätrot (Zierfandler) Rotgipfler, die zwei typischen Sorten der Thermenrgion Flächenanteil: unter 1 % Bukett: frischer Spargel In Österreich übliche Bezeichnung für traditionelle, nur für die Thermenregion (Gumpolds-kirchen, Traisendorf, Pfaffstätten u.a. Gemeinden) typische Komposition aus den Sorten Zierfandler ("Spätrot" ist eine synonyme Bezeichnung) und Rotgipfler. Jeder der beiden Sorten wird auch separat ausgebaut. Als trockener Wein präsentiert sich der Zierfandler rassig und elegant. Der Rotgipfler schmeckt milder. MUSKATELLER Flächenanteil: unter 1 % Bukett: ausgeprägtes Muskatbukett Die Muskateller-Traube (Synonym: Gelber Muskateller) zählt zweifellos zu den ältesten Rebsorten der Welt. In Österreich läßt sich der Muskateller seit etwa 100 urkundlich nachweisen. Trocken ausgebaut ist er ein köstlicher Aperitif und Sommerwein. Sein Bukett erinnert deutlich an frische Muskatellertrauben, im Geschmack präsentiert er sich eher leicht mit feiner Fruchtsäure. ROTER VELTLINER Flächenanteil: unter 1 % Bukett: fruchtig, würzig Der Rote Veltliner stellt eine einzigartige, österreichische Sortenspezialität dar. Hauptanbau-gebiet sind einige kleine Gebiete in Niederösterreich, im Raum Hollabrunn, Wagram und Krems. Im Glas schimmert er grünlich-gelb und entwickelt ein fruchtiges Bukett mit fein-würzigem Aroma, extraktreich, würziger Geschmack mit körperreicher Säurestruktur. RULÄNDER Flächenanteil: unter 1 % Bukett: Honigton Der Ruländer (Synonym: Pinot Gris, Pinot Grigio, Grauburgunder) stammt aus der Burgunder-familie. Mit zunehmender Reife nehmen die Beeren des Ruländer eine grau-rote Farbe an, die auch zur Bezeichnung "Grauer Burgunder" geführt haben dürfte. Seine tiefe, gelb-grünliche Farbe weist in der Regel auch einen leicht goldenen Schimmer auf. Er besitzt ein delikates Sortenbukett mit typischem Honigton. Im Geschmack ist er vollmundig, kräftig, mit Frische und Eleganz. WICHTIGE ROTWEINSORTEN Knapp 20 % der österreichischen Rebfläche ist mit Rotweinreben bepflanzt. Moderne önologische Verfahren haben vielen Rotweinen zu großem Ansehen verholfen; dennoch werden österreichische Rotweine nach wie vor als "Geheimtip" gehandelt. BLAUER ZWEIGELT Flächenanteil: 6 % Bukett: Kirschen, frische Pilze Österreichs meistverbreitete Rotweinsorte ist aus einer von Prof. Dr. Zweigelt durchgeführten Kreuzung - St. Laurent x Blaufränkisch - entstanden. Die Zweigelt-Rebe ist in allen Weinbau-regionen heimisch. Die Weine sind tiefrot und zartherb. BLAUER PORTUGIESER Flächenanteil: 5,5 % Bukett: Veilchen Einer der typisch niederösterreichischen Rotweine; speziell im Pulkautal, in der Gemeinde Retz und in der Thermenregion verbreitet. Ergibt einen eher milden Wein, der vorzugsweise jung getrunken wird. BLAUFRÄNKISCH Flächenanteil: 5 % Bukett: "Zimterl" Eine alte Rebsorte mit hohem Qualitätspotential, die für die burgenländischen Weinbaugebiete Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland und Südburgenland typisch ist. Sie ergibt kraftvolle, tanninreiche Weine von eigenständigem Charakter, die sich bei mehrjähriger Lagerung gut entwickeln. Viele Betriebe verwenden für den Ausbau neben herkömmlichen Fässern auch Barriques. ST. LAURENT Flächenanteil: 1 % Bukett: Weichsel Gehört zur Burgunder-Familie. Ist hauptsächlich in Niederösterreich und im Burgenland verbreitet. Die Sorte ergibt dunkelrote Weine, mit schönem Körper und Fruchtfülle, die sich bei mehrjähriger Flaschenlagerung gut entwickeln. BLAUBURGUNDER Flächenanteil: unter 1 % Bukett: Himbeere Vor allem in Niederösterreich und im Burgenland anzutreffen. Benötigt sehr gute Rieden, da die Vollreife der Trauben für die Qualität des Weines besonders wichtig ist. Die Sorte ergibt körperreiche Weine von noblem Bukett und langer Lagerfähigkeit. BLAUBURGER Flächenanteil: 1 % Bukett: weinig Der Blauburger ist eine Neuzüchtung durch die Kreuzung von Blauen Portugieser x Blau-fränkisch. Die meiste Verbreitung findet die Rebsorte in Niederösterreich und hier speziell im Weinviertel. Der Blauburger besitzt einen intensiven Rotweinduft, eine purpurrote Farbe und einen samtigen, kräftigen, etwas fruchtigen Geschmack. CABERNET SAUVIGNON Flächenanteil: unter 1 % Bukett: Johannisbeere Die Sorte ist in Österreich bereits um 1860 eingeführt worden. Seit einigen Jahren wird sie vermehrt ausgepflanzt und ist speziell in Burgenland, in Niederösterreich und Wien anzu-treffen. Der Ausbau erfolgt zumeist in Barrique-Fässern. Die Weine können sehr extraktreich sein und haben bei internationalen Vergleichsdegustationen schon mehrmals überrascht. BLAUER WILDBACHER Flächenanteil: unter 1 % Bukett: betont fruchtig Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der Schilcher eine sehr alte Rebsorte, die schon zur Kelten-zeit (um 400 v.Chr.) in der Steiermark vorhanden war. Traditionell wird er als Rosé gekeltert. Charakteristisch ist sein markanter Säuregehalt, wodurch er bevorzugt zu kräftigen Speisen und zur deftigen Jause paßt. Auch als Aperitif wird er geschätzt, ob seinem feinen Fruchtbukett und seinem frisch-herben, rassigen Geschmack. Am häufigsten findet man die Sorte in der Weststeiermark, in dem Gebiet um Stainz. WEINBAUREGION NIEDERÖSTERREICH (34.094 ha)
Mit ca. 58 % der gesamten Rebfläche ist Niederösterreich die größte Weinbauregion. Charakteristisches Element ist die Donau. An ihr entlang sowie südlich und nördlich angrenzend reihen sich die Weinbaugebiete. Es gibt davon acht: WEINVIERTEL Größtes Weinbaugebiet, erstreckt sich vom Manhartsberg bis zur March und nördlich zur angrenzenden Slowakei. Hauptorte: Im Westteil Retz, Röschitz, Mailberg und Hollabrunn; im Ostteil Falkenstein, Poysdorf, Wolkersdorf, Matzen und Mannersdorf. Vor allem ein Weißwein-Anbaugebiet, doch gibt es auch einige Roweinzentren. Wichtigste Rebsorten: Grüner Veltliner (für dieses Gebiet besonders typisch), Riesling-Sylvaner, Welschriesling, Weißburgunder; Rotweine vor allem aus Zweigelt, Blauem Portugieser und Blauburger. Charakteristisches Herkunftsgebiet für viele Qualitätsschaumweine, vor allem entlang der Brünner Straße zwischen Wien und Poysdorf. KAMPTAL Das Kamptal gehöt mit der Wachau und der Umgebung der Stadt Krems zu den prestige-reichsten Weinbaugebieten Österreichs. Von 1985 bis 1993 waren die Weinberge zwischen Straß und dem Flußtal oberhalb von Langenlois Teil des Weinbaugebiets Kamptal-Donauland. Mit der Loslösung des Kremstales wurden sie 1993 zu einem eigenständigen Weinbaugebiet, wobei dem so entstandenen Weinbaugebiet Kamptal mit knapp 4.200 von 6.400 Hektar der ursprünglichen Fläche - das sind knapp acht Prozent der gesamten österreichischen Weinbergs-fläche - der Löwenanteil der Weinberge zugeschlagen wurde. DONAULAND Die Weinberge des Donaulandes ziehen sich vorwiegend am linken Donauufer von Krems bis fast nach Wien, wobei Klosterneuburg rechts der Donau eine kleine, ausgelagerte Insel bildet. Löß und Kalkböden herrschen weithin vor: Erstere bestimmen vor allem am linken Donauufer, besonders am Wagram, die Szene, dagegen bilden letztere die Weinbergbasis von Klosterneu-burg. Die Weine des Donaulandes sind von eher fruchtiger Art. Grüner Veltliner und Müller Thurgau dominieren, daneben findet man Riesling, Roten und Frühroten Veltliner, Blauen Portugieser und Zweigelt. THERMENREGION 2.814 Hektar Weinberge, zu 60 Prozent mit weißen Sorten bepflanzt, umfaßt der Landstrich, dessen bekannteste Weinbauorte Pfaffstätten, Bad Vöslau, Baden, Mödling, Gumpoldskirchen - früher bekannt für seine Süßweine - Sooß, Tattendorf und Perchtoldsdorf sind. Klimatisch gesehen gehört die Thermenregion zum pannonischen Raum und zur großen ungarischen Ebene, wobei der Wienerwald und die Voralpen zusätzlich gegen die kalten Nord- und Nord-westwinde schützen. Im Tertiär war der südliche Teil des Gebiets, das Steinfeld, vom Meer bedeckt, nach dessen Rückzug Ton- und Sandschichten über Kalkformationen blieben, über denen sich in der Eiszeit Schotter ablagerte: eine Konstellation, die sich hervorragend für volle und im guten Sinne süffige Rotweine eignet. Der nördliche Teil der Thermenregion wird von wasserundurchlässigen, eher feuchten Lehmschichten geprägt, die zum Hang hin in die typischen Böden des vulkanischen Bruchs übergehen und vor allem kräftige, extraktreiche, aber dennoch elegante Weißweine hervorbringen. KREMSTAL Krems ist eines der ältesten Weinbauzentren Österreichs. Im Mittelalter lebten hier 75 Prozent der Bevölkerung vom Wein, und Klöster aus dem gesamten österreichischen und süddeutschen Raum unterhielten eigene Wirtschaftshöfe, die sie teilweise von Pächtern betreiben ließen. Als Grenzstadt zwischen dem pannonischen und dem Waldviertler Klima kennt Krems starke klimatische Differenzierungen auf engstem Raum. Die Böden sind hauptsächlich von Lehm und Löß geprägt, in der Ebene findet man auch Sand und Schotter. Besonders gut gedeihen Grüner Veltliner, Müller Thurgau, Riesling, Frühroter Veltliner sowie die roten Sorten Zweigelt und Blauer Burgunder. WACHAU Die Wachau, das westlichste Weinbaugebiet Niederösterreichs, erstreckt sich auf etwa 1.448 Hektar im Donautal zwischen Melk im Westen und Krems im Osten. An der Schnittstelle zwischen dem pannonischen und dem Waldviertler Klima bilden sich sogenannte Klimafjorde, die besonders für die Entwicklung der Weißweine günstige Bedingungen bieten. Die Grund-wärme des pannonischen Klimas wird kontrastiert durch das ständige Einströmen von kühlen und sauerstoffreichen Luftmassen aus dem Waldviertel, die vor allem für die starken Tempe-raturschwankungen zwischen Tag und Nacht - wichtig für die Herausbildung der Aromen an der Beerenschale - sorgen. Die Böden der Wachauer Lagen werden zum einen durch karge Urgesteinsformationen - oft eisenhaltiger Gneis, Granit oder Schiefer - zum anderen durch Sand und Löß oder gar Schwemmlandschotter am Donauufer geprägt. Die Wachau ist ein fast reines Weißweinland: Die weißen Sorten stellen gut 90 Prozent des Rebenbestandes. Dominierend sind dabei Riesling, Grüner Veltliner, Neuburger, Weißburgunder, Müller Thurgau sowie bei den Roten St. Laurent, Zweigelt und Blauer Burgunder. Wahrscheinlich wurde schon während der Besiedlung durch die Kelten der Weinbau in der Gegend eingeführt, systematisch entwickelt wurde er jedoch erst unter den Römern unter Aurelius Probus. Mit den Klöstern kam im 10., 11. und 12. Jahrhundert der Durchbruch, und Wachauer Weine waren bereits im Mittelalter weit über die regionalen Grenzen hinaus berühmt. DIE KATEGORIEN DER WACHAUER WEINE: "Steinfeder"
ist die Bezeichnung für die leichten, duftigen Weine des Weinbaugebietes
Wachau. Die Steinfeder (stipa pennate), das federleichte Gras der steilen
Weinberge, gab diesen spritzigen Weinen den Namen. Steinfeder-Weine können
aus allen Wachauer Qualitäts-Sorten erzeugt werden. Der Alkoholgehalt
dieser Weine beträgt maximal 11,0 % vol. CARNUNTUM Benannt nach der großen römischen Provinzhauptstadt, die vor knapp 2000 Jahren nordöstlich des heutigen Wien bestand, umfaßt Carnuntum heute die östliche Hälfte des einstigen Weinbaugebiets Donauland-Carnuntum. Die Weinberge auf den Ausläufern der Thermenlinie genießen dabei nicht nur das generell warme, hier schon recht eindeutig pannonische Klima, sondern auch eine ideale Klimaregulierung durch die großen Wasserflächen von Donau und Neusiedlersee. Carnuntum produziert im Vergleich zum Weinbaugebiet Donauland kräftigere, substanzreichere Weißweine und eignet sich auch für Rotweine hervorragend. Nicht zufällig ist ein Fünftel der Rebfläche von roten Sorten belegt, allen voran Blaufränkisch und Zweigelt. TRAISENTAL Die jüngste Neuschöpfung des österreichischen Weingesetzes in Sachen Weinbaugebiete ist die neue Bezeichnung für den Landstrich zwischen Krems und St. Pölten. Früher gehörten die Weinberge von Traismauer, Inzersdorf, Getzersdorf oder Nußdorf zum Weinbaugebiet Donau-land. Mit 696 Hektar Weinland ist das Traisental fast so groß wie Wien und etwas größer als das Südburgenland. WEINBAUREGION BURGENLAND (19.215 ha)
Das Burgenland hat vier Weinbaugebiete, ist mit 36 % Flächenanteil die zweitgrößte Weinbauregion und unterscheidet sich klimatisch, geologisch und kulturell wesentlich von Niederösterreich. Die Weine werden geprägt durch den Einfluß der riesigen Wasserfläche des Neusiedlersees, das pannonische Klima (heiße Sommer, kalte Winter) und besondere Boden-strukturen. NEUSIEDLERSEE Umfaßt den Seewinkel östlich des Neusiedlersees und den nördlich daran anschließenden Landstreifen. Charakteristische, landschaftsprägende Elemente sind die weite pannonische Tiefebene und der nur bis zu zwei Meter tiefe Steppensee. Die Reben wachsen auf Schwarz-erde-Salz- und Salzböden. Hauptorte: Neusiedl, Podersdorf, Illmitz, Apetlon, Frauenkirchen, Halbturn, Gols. Wichtigste Sorten: Welschriesling, Weißburgunder, Traminer, für Rotweine Zweigelt. Bedeutendstes Erzeugungsgebiet für Prädikatsweine und Heimat großer Beeren- und Trockenbeerenauslesen; Besonderheiten: Strohweine und Eisweine. NEUSIEDLERSEE-HÜGELLAND Reicht vom Westufer des Neusiedlersees (Abhänge des Leithagebirges, kalkige Böden) bis zum Gebiet Eisenstadt-Mattersburg (lehmige Böden). Wichtigste Orte: Donnerskirchen, Oggau, Rust, Mörbisch, St. Margarethen, Eisenstadt, Großhöflein, Zagersdorf, Pöttelsdorf. Hauptsorten: Welschriesling, Weißburgunder, Neuburger. Für Rotweine: Blaufränkisch, Zweigelt, in jüngster Zeit auch Cabernet Sauvignon. Hier werden sowohl trockene Weißweine als auch Rotweine und Prädikatsweine, z.B. Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeeren-auslesen, erzeugt. Traditionsreiche Spezialität ist der Ruster Ausbruch. MITTELBURGENLAND Von drei Hügelketten geschütztes Rotwein-Anbaugebiet (68 % rote Trauben), in welches das warme pannonische Klima zungenförmig einströmt. Hauptorte: Neckenmarkt, Horitschon, Deutschkreutz, Lutzmannsburg. Vorwiegend lehmige, wasserspeichernde Böden. Der Verband Blaufränkisch Mittelburgenland hat für die Hauptsorte Blaufränkisch eigene Richtlinien im Stil einer Appellation geschaffen. In den letzten Jahren wurde die Cabernet-Sauvignon-Rebe erfolgreich eingeführt. Gute Weißweinlagen befinden sich vorallem in Neckenmarkt. SÜDBURGENLAND Kleinstes burgenländisches Weinbaugebiet. Umfaßt die idyllische Hügellandschaft um Eisen-berg und Deutsch-Schützen. Der Name Eisenberg bezeichnet sowohl eine Weinbaugemeinde als auch die bedeutendste Lage des Gebietes. Die, wie der Name schon sagt, eine eisenhältige Bodenstruktur hat. Charakteristische Rebsorten: Blaufränkisch (am Eisenberg), Welschriesling (bringt rassige Weißweine, Hauptort Rechnitz). Als regionale Kuriosität gilt der Uhudler. Sehenswert ist die historische Kellergasse von Heiligenbrunn mit den strohgedeckten Preßhäusern. WEINBAUREGION STEIERMARK (3.587 ha)
Die steirische Weinlandschaft umfaßt mit drei Weinbaugebieten nur 5 % der österreichischen Rebfläche. Sie unterscheidet sich durch die steilen Rieden (bis 60 % Neigung) und durch das Südalpenklima von allen anderen Weinbauregionen. Die Weinberge liegen oft weit voneinander entfernt, wobei nur die besten Berglagen genutzt werden. Dies ist auch der Grund für markante Gebiets- und Riedunterschiede, die ein wesentliches Charakteristikum der steirischen Weine sind. SÜDSTEIERMARK Gliedert sich in das Sausal mit den Hauptorten Leibnitz, Silberberg, Kitzeck und in das Weinbaugebiet entlang der südsteirischen Weinstraße mit den Gemeinden Gamlitz, Ehren-hausen und Leutschach. Die Weißweine des Gebietes sind sehr gefragt. Sie zeichnen sich durch Bukettreichtum, Rasse und sehr hohem Extrakgehalt aus. Die hügelige Landschaft, in der nur die besten Südhänge mit Reben kultiviert sind, schafft eine einmalige Atmosphäre. Die wichtigsten Rebsorten sind Welschriesling, Weißburgunder, Morillon (ortsüblicher Name für Chardonnay), Sauvignon blanc und Gelber Muskateller. SÜD-OSTSTEIERMARK Hier liegen die Weinberge inselförmig über das Land verstreut. Besondere Bedeutung hat das ganz im Süden gelegene Gebiet um Klöch, dessen wichtigster Weinberg, der Klöcherberg, aus vulkanischen Gestein aufgebaut und für die Sorte Traminer berühmt ist. Zu den wichtigsten Rebsorten gehören weiters Welschriesling, Weißburgunder, Ruländer und Riesling Sylvaner, aus denen trockene und fruchtbetont-rassige Weißweine erzeugt werden. WESTSTEIERMARK Ein sehr kleines Weinbaugebiet, das sich auf seinen einzigen und einzigartigen Wein konzentriert: den Schilcher. Diese regionale Spezialität wird aus der Rebe Blauer Wildbacher gekeltert und ist ein Rosé, dessen Charakter durch seine überwältigende Fruchtigkeit und die hohe, rassige Säure - bei geringem Alkoholgehalt - geprägt wird. Man trinkt diesen Wein gut gekühlt und jung, am besten im ersten Jahr. Schilcher ist ein idealer Aperitifwein, wird aber auch als Muntermacher zwischendurch geschätzt und als Begleiter der bodenständigen Küche geschätzt. Hauptorte: St. Stefan, Stainz, Deutschlandsberg. Das Markenzeichen des Schutz-verbandes für original weststeirischen Schilcher ist ein weißes Pferd. WEINBAUREGION WIEN (731 ha)
Die einzige Hauptstadt der Welt, die innerhalb der Stadtgrenzen über bedeutenden Weinbau verfügt. Dennoch leitet sich der Name "Wien" nicht - wie man glauben müßte - von "Wein" ab, sondern hat keltischen Ursprung (Wenia, römisch Vindobona, d.h. weißer Fluß, Wildbach). Jahrhunderte lang war der Wiener Weinbau auf die Bedürfnisse der Bewohner der Hauptstadt der Donaumonarchie konzentriert; die traditionelle Direktvermarktung, der Heurige, hat im Frühmittelalter, z.Zt. Karl des Großen, seine Wurzeln. Als der Babenberger Herzog Heinrich II. Jasomirgott 1156 seine Residenz nach Wien verlegte, erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, von dem der Weinbau sehr profitierte. Im späten Mittelalter waren der heutige dritte und vierte Stadtbezirk fast ausschließlich Rebland. Klöster und Adelige widmeten sich dem Weinbau und schufen Kellerlokale im Stadtzentrum, von denen einige noch in Betrieb sind (z.B. Melker Keller, Esterhazy Keller). Heute ist zwar die Rebfläche gegenüber dem Mittelalter geringer, doch schickt sich der Wiener Wein an, über die Großstadt und Österreich hinaus endgültig zu einem Qualitätsbegriff zu werden. Die Erhaltung der Wiener Weingärten wird durch Gesetze geschützt. Die wichtigsten Anbau-zonen liegen im Nordwesten und Norden (Grinzing, Nußdorf, Sievering, Neustift, Stammers-dorf, Strebersdorf und Jedlersdorf) sowie im Süden der Stadt (Mauer, Oberlaa). Wien ist größtenteils Weißwein-Anbaugebiet (88,5 % der Rebfläche), obwohl auch hier bemerkens-werte Rotweine gekeltert werden. Die wichtigsten Weißweinsorten sind: Riesling, Weiß-burgunder, Grüner Veltliner, Riesling-Sylvaner, Welschriesling, Neuburger und Traminer. Seit kurzem wird vermehrt Chardonnay gepflanzt. Besonders die Lagen von Döbling (u.a. der Nußberg) bis zum Bisamberg und dem Kahlenbergerdorf sind für Riesling und die Pinot-Sorten sehr gut geeignet. Die Wiener Weingärten liegen im Einflußbereich des warmen, pannonischen Klimas. Die Donau wirkt für bestimmte Lagen noch zusätzlich klimaregulierend. Die Palette der Weine reicht von leicht bis robust, kräftig und zum Teil sehr lagerfähig. UMRECHNUNGSTABELLE - MOSTGEWICHTE
KMW: In Österreich von A. v. Babo, dem Direktor der Weinbauschule Klosterneuburg, 1869 entwickeltes und eingeführtes Instrument zur Bestimmung des Zuckeranteils im Most. Gibt direkt den Gehalt des Mostes an Zucker in Gewichtsprozenten an (1° KMW = 1 % Zucker = 1 kg Zucker in 100 kg Traubenmost). JAHRGANGSBEURTEILUNG
INTERNATIONALES SCHEMA FÜR DIE BEWERTUNG VON WEIN
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